Die Heizkurve richtig einstellen
Wenn es eine Stellschraube gibt, mit der Sie bei einer Wärmepumpe am meisten Strom sparen können, dann ist es die Heizkurve. Und genau sie ist bei vielen Anlagen zu hoch eingestellt.
Was die Heizkurve macht
Die Heizkurve bestimmt, wie warm das Heizwasser (die Vorlauftemperatur) sein soll – abhängig davon, wie kalt es draußen ist. Je kälter es wird, desto wärmeres Wasser braucht die Heizung. Die Kurve legt fest, wie stark die Anlage bei sinkender Außentemperatur „nachlegt".
Das Ziel lautet: so niedrig wie möglich, so hoch wie nötig. Denn jedes Grad Vorlauftemperatur, das die Wärmepumpe zu viel erzeugt, kostet unnötig Strom.
Die zwei Stellschrauben
- Steilheit (Neigung): Sie bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur steigt, wenn es draußen kälter wird. Häuser mit Fußbodenheizung brauchen eine flache Kurve, ältere Häuser mit kleinen Heizkörpern eine steilere.
- Niveau (Parallelverschiebung): Sie hebt oder senkt die gesamte Kurve gleichmäßig – praktisch, wenn es überall ein bisschen zu warm oder zu kalt ist.
So erkennen Sie eine falsche Einstellung
- Kurve zu hoch: Räume werden schnell zu warm, die Thermostatventile sind oft fast zu, die Wärmepumpe taktet häufig – und die Stromrechnung ist hoch.
- Kurve zu niedrig: An kalten Tagen wird es nicht mehr richtig warm, obwohl die Ventile ganz offen sind.
Die Heizkurve beurteilt man am besten an kalten Tagen. Öffnen Sie die Thermostate voll und beobachten Sie ein bis zwei Tage, ob es angenehm warm wird. Verstellen Sie immer nur in kleinen Schritten – die Anlage reagiert träge, geben Sie ihr Zeit.
Ein häufiger Irrtum: die Nachtabsenkung
Bei alten Öl- und Gasheizungen war die nächtliche Absenkung sinnvoll. Bei einer Wärmepumpe ist sie oft kontraproduktiv: Am Morgen muss die Anlage die ausgekühlte Fußbodenheizung mit hoher Leistung wieder aufheizen – genau dann, wenn es draußen am kältesten und die Effizienz am niedrigsten ist. Meist läuft eine Wärmepumpe gleichmäßig durch am sparsamsten.
Die Heizkurve ist der Punkt, an dem sich mit ein paar Minuten Einstellarbeit oft zweistellige Prozente an Stromkosten sparen lassen. Deshalb gehört die Heizkurvenoptimierung bei uns fest zu jeder Wartung dazu.
Kurz zusammengefasst
Die Heizkurve verbindet Außentemperatur und Vorlauftemperatur. Sie sollte so niedrig wie möglich eingestellt sein, ohne dass es unbehaglich wird. Eine zu hohe Kurve ist einer der häufigsten Gründe für zu hohe Stromkosten – und lässt sich mit etwas Geduld oder bei der Wartung korrigieren.
Häufige Fragen
Wie niedrig sollte die Vorlauftemperatur einer Wärmepumpe sein?
So niedrig wie möglich, ohne dass es unbehaglich wird. Fußbodenheizungen kommen oft mit 30 bis 35 Grad aus, Heizkörper brauchen mehr. Jedes Grad weniger spart Strom.
Sollte man bei einer Wärmepumpe eine Nachtabsenkung einstellen?
Meist nicht. Anders als bei alten Heizungen läuft eine Wärmepumpe gleichmäßig durch oft am sparsamsten, weil das Wiederaufheizen am kalten Morgen besonders viel Strom kostet.
Läuft Ihre Wärmepumpe noch effizient?
Wir warten Bosch-, Buderus-, Vaillant- und Viessmann-Wärmepumpen in München und Umgebung – zum Festpreis, mit Effizienzcheck und Heizkurvenoptimierung.
In einer Minute Angebot anfragenWeiter mit: Warum die Wartung so wichtig ist → Alle Themen in der Ratgeber-Übersicht.
